Erforschen, was sich verändert
Zu den aktuellen Messergebnissen
Vor beinahe 200 Jahren legte Friedrich Simony mit seinen Forschungen am Dachstein den Grundstein für die wissenschaftliche Gletscherbeobachtung. Diese Tradition wird im Rahmen des aktuellen Forschungsprojekts gemeinsam mit BlueSky und dem IGF Innsbruck seit 2006 fortgeführt. Messungen und Beobachtungen zeigen, wie Wetter, Jahreszeiten und Klimawandel den Gletscher beeinflussen. Die Ergebnisse werden in jährlichen Berichten sowie im Gletschertagebuch dokumentiert.
Echtzeitmassenbilanz: Was die Modelle zeigen
Die Echtzeitmassenbilanz zeigt die Entwicklung des Hallstätter Gletschers auf Basis laufend aktualisierter Wetter- und Messdaten. Mithilfe modellbasierter Berechnungen wird tagesaktuell abgeschätzt, wie sich Schnee, Eis, Temperatur und Niederschlag auf den Gletscher auswirken und ob er aktuell Masse gewinnt oder verliert. So entsteht ein dynamisches Näherungsbild der aktuellen Entwicklung des Gletschers und seiner Reaktion auf Wetter und klimatische Veränderungen.
Die Massenbilanz beschreibt den Unterschied zwischen Massengewinn (Akkumulation) und Massenverlust (Ablation) eines Gletschers.
Einfach gesagt: Wie viel Eis dazukommt und wie viel verloren geht.
Neben der Massenbilanz liefern auch Messungen zur Gletscherlänge, Eisdicke sowie Schnee- und Niederschlagsverteilung wichtige Erkenntnisse über die Entwicklung des Dachsteingletschers.
Die Grafik zeigt, wie sich die Gletschermasse im Jahresverlauf verändert. Positive Werte entstehen vor allem in schneereichen Wintermonaten. Mit steigenden Temperaturen im Frühjahr und Sommer beginnt die Schmelzperiode - die Werte sinken wieder. Ob der Gletscher langfristig wächst oder schrumpft, hängt davon ab, ob der Massegewinn im Winter die Verluste im Sommer ausgleichen kann.
Der Gletscher 2025
Wer noch tiefer in die Gletscherforschung eintauchen möchte, findet im aktuellen Bericht zur Pressekonferenz 2025 detaillierte Informationen zur Massenbilanz, zu den Messungen und den aktuellen Entwicklungen am Hallstätter Gletscher.
„Langfristige Messreihen am Hallstätter Gletscher machen die Auswirkungen der Erderwärmung sichtbar. Sie liefern wichtige Erkenntnisse über die Entwicklung des Klimas und zeigen, wie entscheidend wirksame Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels sind.“
Andrea Fischer, Glaziologin & Wissenschafterin des Jahres 2023
Für alle, die mehr wissen möchten
Wer tiefer in die Forschung am Dachstein eintauchen möchte, findet hier weiterführende Informationen, Downloads und wissenschaftliche Inhalte.